Rolf Walser
Interview: OK-Präsident und Gesamtschulleiter über das «Speuzer Schuelfescht»
Das Museum bietet eine perfekte Kulisse für Militär-Liebhaber. Bild: zvg
Im Militärmuseum Wildegg (MMW) kann am Sonntag, 7. Juni, wieder ein faszinierendes Stück Schweizer Armeegeschichte besichtigt werden.
Wildegg 1990 wurde der Lenzburger Peter Fischer durch ein kleines Inserat darauf aufmerksam, dass ein ausgemusterter «Centurion»-Panzer der Schweizer Armee zu kaufen sei. Seither sind über 100 weitere Militärfahrzeuge sowie eine Vielzahl verschiedener Ausrüstungsgegenständen der Schweizer Armee dazu gekommen. Zu besichtigen sind sie im Militärmuseum Wildegg als faszinierende Zeitzeugen eines Stücks Schweizer Armeegeschichte mit Fokus Zweiter Weltkrieg bis zum Jahr 2000.
Das Kürzel «MMW» ist vermutlich in keinem Reglement der abkürzungsfreudigen Schweizer Armee zu finden. Umgekehrt sind mehrere tausend Reglemente in der Einrichtung aufgelegt, für welche die drei Buchstaben stehen: Militär-Museum-Wildegg. Im Mittelpunkt der zum Verband der Museen der Schweiz (VMS) gehörenden Ausstellung stehen jedoch nicht Broschüren und Faltblätter, sondern über 100 militärische Fahrzeuge sowie – bis auf Tiger und FA/18 – alle relevanten Luftfahrzeuge der Schweizer Armee vom 2. Weltkrieg bis 2000 – attraktiv präsentiert und informativ dokumentiert in Gross-hallen mit insgesamt 5500 Quadratmetern Fläche. Zu besichtigen sind sie an jedem ersten Samstag der Monate Mai bis Oktober, das nächste Mal diesen Sonntag, 7. Juni.
Ein MMW-Besuch gleicht einer Zeitreise durch eine wichtige Ära der Schweizer Armee – und somit auch der Landesgeschichte. Die Panzer, Baumaschinen, Transport- und Luftfahrzeuge usw. widerspiegeln einerseits die jeweilige Bedrohungslage (Kalter Krieg, Entspannungspolitik usw.) beziehungsweise den jeweils daraus resultierenden sicherheitspolitischen Zeitgeist. Aber auch eine spannende Epoche rasanter technischer Entwicklungen bei der Militärtechnologie, unter anderem von der handfesten Mechanik zum Siegeszug der Elektronik.
Besonders aktuell und politisch interessant: Einige Ausstellungsstücke zeigen, dass sich die Geschichte manchmal wiederholt – und in der Schweiz rüstungspolitische Geschichten, sprich Turbulenzen und Kontroversen nichts Neues unter der Sonne sind (Stichworte Mirage-Skandal Mitte 60er-Jahre, Panzer-68-Affäre Ende 70er-Jahre oder die Kostenexplosion bei der Duro-Umrüstung vor zehn Jahren).
Zu den MMW-Trouvaillen gehören auch über ein Dutzend Original-Fahrzeuge der US-Armee aus der Zeit der D-Day-Invasion in der Normandie; darunter der später auch von der Schweizer Armee beschaffte legendäre Jeep. Neben einer militärhistorischen familiären Prägung – Vater Hans Fischer, Baumeister aus Lenzburg leistete Aktivdienst – war für den Autotechnik-begeisterten Peter Fischer vor allem auch die «genial einfache» und «extrem belastbare» Mechanik ein Grund, D-Day-Fahrzeuge zu sammeln. Eine Rarität aus diesem Sammlungssegment ist ein Original-Raupen-Kleinfahrzeuge, das die Amerikaner nach dem Absturz einer US-Maschine 1946 am Gauligletscher im Zuge einer spektakulären Rettungsaktion in die Schweiz gebracht hatten.
Die von Peter Fischer zusammengestellte und von einer Handvoll engagierter Kollegen betreute Sammlung bietet aber auch viel nostalgisches «Weisch-no?»-Potenzial. Insbesondere für die Grossväter-Generation, um Erlebnisse, Anekdoten oder Geschichten aus ihrer Militärzeit an die mehr oder weniger interessierten Nachkommen zu vermitteln zu versuchen…
Wachgerufen werden diese Erinnerungen in den MMW-Hallen auch durch die militärtypische Geruchsmischung von kaltem Motorenöl, gefettetem Lederzeugs, lüftungsbedürftigem Uniformstoff und Käseschnitten. Letztere stehen im Angebot der MMW-Bistrokantine, die Gelegenheit bietet, das Museumserlebnis kulinarisch nachzubearbeiten oder die heurigen MMW-Neuzugänge zu diskutieren, zum Beispiel eine der ersten Armeebaumaschinen (Menzi Muck) oder das «Haflinger»-Kleinfahrzeug mit Abschussvorrichtung für die Panzerabwehrlenkrakete «BANTAM». Und wer sich ein Stück militärischer Zeitgeschichte mit nach Hause nehmen möchte, kann solche im MMW-Shop erstehen. Die Angebotspalette reicht vom graugrünen Gummigurt über Feldflaschen bis hin zum Original-Fliegerkombi.
Weitere Infos: www.militaermuseumwildegg.ch
pd
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