Sinisha Lüscher
Er gehört zu den Favoriten an der Niklaus-Thut-Schwinget in Zofingen
Rasche, kostenlose und diskrete Lebensmittelhilfe im Kampf gegen versteckte Armut im Kanton Aargau – das hat sich diese gemeinnützige Hilfsorganisation seit 28 Jahren auf die Fahne geschrieben. Ziel ist nach wie vor, unbürokratisch und schnell Armutsbetroffenen zu helfen, die durch das soziale Netz gefallen sind. Vermehrte Zuweisungen erfolgen durch Caritas, Pro Infirmis, Spitex und weitere Beratungsstellen. Ebenso verstärkten sich Anfragen für Überbrückungshilfen bei längeren Wartezeiten bei Sozialämtern und RAV.
«Cartons du Coeur» leistete im Jahr 2025 insgesamt 2'001 Lebensmittel-Lieferungen (Vorjahr 1'938) und lieferte über 52 Tonnen Lebensmittel aus. Die Spenden lagen 2025 rund 9'000 Franken (4 %) unter dem Vorjahr, obschon zahlreiche grosszügige Geld-Spenden von Institutionen, Firmen und Privatpersonen eingingen. Die Ausgaben für Waren und Lebensmittel-Gutscheine stiegen um 6,5 % – bedingt durch mehr als 60 zusätzliche Lieferungen. Dank der Spendeneinnahmen konnte der Jahresverlust auf 10'000 Franken begrenzt werden.
Hervorzuheben sind die niedrigen Betriebskosten von 0,8 %, die vollständig durch Mitgliederbeiträge gedeckt wurden. Von jedem gespendeten Franken kamen 97,4 % den Hilfsbedürftigen zugute. Möglich wurde dies einzig dank ehrenamtlicher Tätigkeit, ganz nach dem Vereinsmotto: «Mit Herz für Menschen in Not!» Kassier Pierre Tschumper aus Zofingen unterstreicht: «Es geht nicht um Objekte, sondern immer um Menschen, die Würde verdienen.»
An der Generalversammlung im April 2026 wurde die Jahresrechnung 2025 einstimmig genehmigt. Durch den Rücktritt der Co-Präsidentinnen Anja Weiersmüller und Jacqueline Burkhard, die mit herzlichen Dankesworten verabschiedet wurden, galt es diese Lücke zu schliessen. Der 66-jährige Gerhard Friedl aus Unterentfelden wurde einstimmig zum neuen Präsidenten gewählt. «Warum ich mich hier engagiere, hat damit zu tun, dass ich in ‹Cartons du Coeur› etwas erkenne, das für mich einen hohen Wert darstellt, nämlich Solidarität mit Menschen in Not in unserer Wohlstandsgesellschaft. Jetzt habe ich die Möglichkeit, mich nicht nur gedanklich kritisch mit den Schattenseiten unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen, sondern ich kann konkret etwas tun, um Not zu lindern», erklärt der frischgewählte Präsident. Für die ebenfalls aus dem Vorstand zurücktretende Rebeca Weber (Koordination/Administration) aus Obermumpf wurde Sandra Lanfranchi aus Suhr in den Vorstand gewählt.
Da per Ende April 2026 der Mehraufwand bereits rund 21‘500 Franken beträgt, hofft «Cartons du Coeur», dass der Spendewille im Verlauf des Jahres wieder ansteigt. Doch die generellen Kostensteigerungen, ganz abgesehen von Krankenkassen-Prämien und Mietkosten, lassen einen Anstieg der Hilferufe erwarten. Daher wird es auch weiterhin dringend nötig sein, «Cartons du Coeur» tatkräftig finanziell zu unterstützen, um dieses wichtige und Not lindernde Hilfswerk in unserem Kanton zu erhalten. Das Konto für Barspenden (können bei persönlichen Steuern in Abzug gebracht werden):
IBAN CH09 0900 0000 1846 5936 9
SPS
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