Nadine Flück und Oliver Jacobs
begleiten Menschen aus eigener Erfahrung aus der Sucht
Blindheit schützt nicht vor Manipulation. Sie macht sie erst möglich. "Die Augenbinde" ist ein Theaterstück über Macht und Kontrolle. Oder doch nur über die Kunst, nicht hinzusehen.
Bild: zvg
GaukeLaien Aarau führen im Stadtmuseum Aarau «Die Augenbinde» auf – ein Theaterstück über Gehorsam und die leisen Mechanismen der Macht.
Aarau Eine Forschergruppe stösst auf einer Expedition auf ein abgeschottetes Dorf, das von der Aussenwelt isoliert ist. Der Versuch der Annäherung endet abrupt: Die Forschenden werden überwältigt und gefangen gehalten. Im Dorf herrscht ein strenges System. Die Dorfbewohner sind blind. Ihre Blindheit ist kein Zufall, sondern Grundlage einer streng geregelten Ordnung. Ein eisernes Gesetz bestimmt das Zusammenleben, Widerspruch wird nicht geduldet.
Wer nicht sieht, folgt. Wer folgt, stellt keine Fragen. Wird die Blindheit wird zur Metapher für das freiwillige Wegsehen, für das Akzeptieren von Regeln, ohne sie zu hinterfragen? Das Dorf funktioniert, weil alle mitmachen. Aus Angst, aus Gewohnheit oder aus dem Bedürfnis nach Sicherheit. Freiheit wird gegen Ordnung eingetauscht.
Das Stück entfaltet sich als Parabel über Macht, Anpassung und Verantwortung. Ohne zu moralisieren, stellt es unbequeme Fragen zur Gegenwart und zur Rolle des Einzelnen in einem System, das Gehorsam belohnt und Zweifel sanktioniert. Präzise Dialoge, bewusst gesetzte Pausen und eine reduzierte Inszenierung fordern das Publikum auf, genau hinzuhören und eigene Positionen zu überdenken.
Die Augenbinde ist eine Produktion der Gaukelaien aus Aarau, unter der Regie von Heinz Schmid. Ein Theaterabend, der nachhallt, weil er keine einfachen Antworten liefert.
«Die Augenbinde» wird im Stadtmuseum Aarau fünfmal aufgeführt: 6., 7., 8., 11. und 15. März, jeweils um 20 Uhr.
Weitere Informationen und Ticketreservationen finden Sie auf www.die-augenbinde.ch.
pd
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