Rolf Walser
Interview: OK-Präsident und Gesamtschulleiter über das «Speuzer Schuelfescht»
Cyrill Suter, Präsident TV Holziken.
Bild: zvg
Im Interview erzählt Präsident Cyrill Suter unter anderem von der Vielseitigkeit des TV Holziken, dessen Bedeutung im Dorf und was ihm als Präsident wichtig ist.
«Mehr» ist die Gemeinschaft und der Zusammenhalt sowie die Begeisterung sich gemeinsam sportlich zu betätigen, etwas zu erarbeiten und sich selbst wie auch anderen damit Freude zu bereiten.
Ich würde meinen, einen sehr grossen. Der Turnverein ist der grösste Verein in Holziken und der einzige, welcher ein Sportangebot bietet. Mit unseren Anlässen und unserem Angebot gestalten und prägen wir das Dorfleben in Holziken ganz klar mit. Der Turnverein und die Gemeinde pflegen ein sehr gutes Verhältnis, welches auf Gegenseitigkeit beruht, man unterstützt einander. Wir wünschen uns dies auch für die Zukunft.
Ja, der «Schnällscht Holziker» wird vom Turnverein zusammen mit der Damenriege organisiert. Zum 19. Mal fand der Anlass nun unter dem Namen «Schnällscht Holziker» statt und es wird jeweils lediglich 60 Meter bzw. 80 Meter gerannt. Davor trug der Anlass den Namen «Sporttag» und es wurden neben den Sprints auch noch andere Disziplinen ausgetragen wie z. B. Sackhüpfen.
Den eigentlichen Anlass gibt es also schon weitaus länger. Wie lange genau weiss ich nicht, aber ich erinnere mich an ein Foto, wo mein Vater in seinen jugendlichen Jahren schon um den Titel gerannt ist (er ist heute 54 Jahre alt, damals war er zirka 17-jährig).
Dieses Jahr fand der «Schnällscht Holziker» zum ersten Mal an einem Samstag statt (davor immer am Freitagabend.) Wir wollten mit dieser Neuerung erreichen, dass alles etwas entspannter wird und wir den Anlass noch professioneller gestalten können.
Wir betreiben die Festwirtschaft und sorgen für das leibliche Wohl während des Festprogrammes.
Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass ich quasi hinein geboren wurde. Meine Eltern engagieren sich selbst seit ihrer Jugend für den Turnverein. Meine Mutter, heute Leiterin der Frauenriege Holziken, war zuvor langjähriges Mitglied im SATUS Safenwil. Als ich zur Welt kam, war mein Vater selbst gerade Präsident des TV Holziken. Ich habe alle Stufen vom MuKi-Turnen über das Kinderturnen und die Jugi bis zum Turnverein durchlaufen. Präsident bin ich nun seit der GV 2023.
Auf ein Umfeld, wo Eigeninitiative und Erneuerungen ausgelebt werden können und dies auch sollen. Jeder soll seine Stärken sowie die damit verbundene Leidenschaft einbringen können und dabei nicht gebremst werden. Weiter ist es mir ein Anliegen, dass wir es uns nicht zu bequem machen, sei dies in den Turnstunden, in den Wettkämpfen aber auch bei den Anlässen. Aktuell sind wir da auf einem sehr hohen Niveau. Besonders viel Freude macht mir aktuell die Motivation der Turner für das Barrenprogramm und der junge Vorstand. Vor allem die jungen Turner wollen wir fordern und fördern, dies im Bereich des Sports aber auch im Bereich von Verantwortung und Organisation.
Gemäss Statuten sind wir ein Verein. Jede Riege (Turnverein, Damenriege, Männerriege und Frauenriege) wird aber wie ein eigenständiger Verein mit Vorstand, Kasse und eigener GV geführt. Die Jugendriegen sind jeweils dem Turnverein, respektive der Damenriege angehängt. Manch einer sagte schon, dass wir doch etwas zurückgeblieben sind mit dieser Organisation. Ich hingegen behaupte, dass dies das Rezept unseres Erfolges ist. Jede Riege hat eigene Bedürfnisse und Interessen, auf welche sie so ideal eingehen kann. Das Verhältnis der Riegen zueinander ist jedoch sehr eng, nicht zuletzt wegen dem gemeinsamen Turnerabend und den vielen Familienbeziehungen.
Für mich gibt es ganz klar jeweils zwei Höhepunkte im Jahreskalender des Turnvereins. Dies ist der Turnerabend im Februar und das Turnfest im Juni. Immer weiter nach oben rückt aber auch unser Turnverein internes Weihnachtsessen, welches seit einigen Jahren immer am letzten Freitag vor der Weihnachtspause stattfindet. Dieses trägt den Namen «Frittier-Freitag».
Das Turnfest. Man arbeitet und trainiert über mehrere Monate an Übungen, Programmen und Disziplinen und versucht diese am Wettkampftag bestmöglich abzurufen. Der ganze Druck, Frust und zum grössten Teil natürlich Freude entlädt sich dann in einem riesigen Fest mit Duzenden anderen Vereinen, denen es genau gleich ergeht.
In den letzten Jahren konnten wir eine hohe Anzahl an Mitglieder konstant halten, was mich sehr freut. Natürlich könnten es immer mehr sein, aber beschweren können wir uns definitiv nicht. Das Rezept, um einem Mitgliederschwund entgegenzuwirken, sind attraktive Turnstunden und eine gesunde Fluktuation zwischen den Riegen. Beides funktioniert bei uns zurzeit recht gut.
Sport zu machen ist das eine, diese Begeisterung mit Freunden und Gleichgesinnten aus der Region zu teilen, hebt das Ganze auf das nächste Level. Bei uns einzusteigen ist jederzeit sehr unkompliziert möglich – kontaktiere einfach jemand, der schon dabei ist.
Die Gesellschaft brauch Macher und Leute, die Verantwortung übernehmen. Der Turnverein ist der ideale Ort, dies zu lernen.
Interview: Olivier Diethelm
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