Yvette Körber
Frau Gemeineammann von Oberentfelden im Interview
Der Ergänzungsneubau Haus C, das Da-Vinci-Operationssystem im OP-Saal 6 und das derzeit modernste CT-Gerät standen bei der Führung durch die Hirslanden Klinik Aarau am Neujahrstag im Fokus.
Aarau Im Rahmen des Neujahrsanlasses 2026 der Stadt Aarau öffnete auch die Hirslanden Klinik Aarau ihre Türen für die Bevölkerung und gewährte einen spannenden Blick hinter die Kulissen. Klinikdirektor Michael Stettler zeigte sich bei der Begrüssung erfreut über das grosse Interesse der zahlreichen Besucher/innen. Aufgrund des Andrangs wurden die Teilnehmenden für die anschliessenden Führungen in den Operationsbereich und in die Radiologie in drei Gruppen aufgeteilt.
Michael Stettler informierte über den aktuellen Ergänzungsneubau Haus C, der Ende 2027 in Betrieb genommen werden soll, und gab gleichzeitig einen kurzen Rückblick auf die Geschichte der Klinik. Die Klinik Aarau wurde 1988 als private AMI-Klinik eröffnet und zwei Jahre später von der Hirslanden-Gruppe übernommen. Seither hat sie sich kontinuierlich weiterentwickelt und wurde medizinisch wie auch baulich laufend ausgebaut.
Zu Beginn verzeichnete die Klinik jährlich rund 3000 stationäre Eintritte mit einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von zehn bis vierzehn Tagen. Es standen 76 Betten, vier Operationssäle und eine kleine Radiologie zur Verfügung. Ein ambulantes Angebot existierte noch nicht und die Klinik war primär auf Zusatzversicherte und Selbstzahler ausgerichtet. Es waren rund 70 Mitarbeitende und Ärzt/innen tätig.
Für 2028 rechnet die Klinik mit rund 12’000 stationären Eintritten jährlich bei einer durchschnittlichen Liegezeit von 3,7 Tagen. Geplant sind dann 170 Betten, acht Operationssäle, eine grosse Radiologie, drei Herzkatheterlabore, eine Dialysestation sowie eine umfassende Radiotherapie. Ein grosser Teil der Leistungen wird ambulant erbracht und seit 2012 sind rund zwei Drittel der Patient/innen allgemeinversichert. Die Zahl der Belegschaft ist mittlerweile auf über 1000 angewachsen.
Der Neubau Haus C ist eng mit der Erneuerung von Technik, Abläufen und Prozessen verbunden. Insbesondere im OP-Bereich und in der Pflege sollen Strukturen optimiert werden. Zudem entstehen eine neue Küche, eine angepasste Logistik sowie moderne Bettenstationen. Durch den Neubau wird in den bestehenden Gebäuden Platz für zusätzliche ambulante Behandlungen und Sprechstunden geschaffen.
Der Haupteingang der Klinik wird künftig im Haus C liegen, ergänzt durch eine Cafeteria und ein Restaurant. Architektonisch soll sich das Gebäude an die Schachenallee schmiegen und zugleich optimale Bedingungen für Patient/innen sowie für das Personal bieten.
Ein Höhepunkt der Führung war der Besuch im Operationssaal 6, wo Dr. med. Marco Randazzo das Da-Vinci-Operationssystem vorstellte. Der hochmoderne OP verfügt über eine spezielle Filteranlage für besonders reine Luft und ist für roboterassistierte Eingriffe ausgelegt.
Der Da-Vinci-Roboter besteht aus mehreren Armen, einem technischen Turm und einer Steuerkonsole. Als Telemanipulator führt er keine eigenen Bewegungen aus, sondern überträgt die Handbewegungen des Chirurgen im Verhältnis eins zu fünf, was extrem präzise und minimalinvasive Eingriffe ermöglicht.
Die Besuchenden konnten den Roboter an der Konsole selbst ausprobieren. Besonders in der Urologie, etwa bei Prostataoperationen, kommt diese Technologie häufig zum Einsatz. Die Ausbildung dafür ist entsprechend anspruchsvoll.
Anschliessend führte Dr. med. Marek Brendel durch die Radiologie und gab Einblick in die moderne bildgebende Medizin. Auf engem Raum vereint die Radiologie eine Vielzahl hochentwickelter Technologien. Mit unterschiedlichen Verfahren – von Röntgen über Durchleuchtung und Computertomographie bis hin zu Ultraschall und Magnetresonanztomographie – kann der Körper aus verschiedenen Perspektiven untersucht werden. Die MRT ist dabei ein schmerzfreies Verfahren ohne Röntgenstrahlen, das mithilfe starker Magnetfelder detaillierte Schnittbilder liefert.
Künstliche Intelligenz wird heute vor allem in der Bildverarbeitung und zunehmend auch in der Diagnostik eingesetzt. In Bereichen wie dem Brustkrebsscreening oder bei Prostata-MRTs zeigt sie bereits sehr gute Ergebnisse.
Das seit Juli 2025 im Einsatz stehende CT-Gerät Naeotom Alpha.Pro ist das derzeit modernste. Es ermöglicht schnellere Untersuchungen mit geringerer Strahlenbelastung und liefert besonders aussagekräftige Bilddaten, die eine frühere und präzisere Diagnostik, etwa bei der Krebsfrüherkennung, erlauben. Die Gesamtinstallation dieses CT-Geräts kostet mehrere Millionen Franken.
Der Neujahrsanlass zeigte eindrücklich, wie sich die Hirslanden Klinik Aarau in den vergangenen Jahrzehnten zu einem hochmodernen Gesundheitszentrum entwickelt hat und welche wichtigen Weichen für die Zukunft gestellt werden.
Von Olivier Diethelm
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