Yvette Körber
Frau Gemeineammann von Oberentfelden im Interview
Das neue Angebot entlastet die Kindernotfallstation. Bild: zvg
Kids Line bietet besorgten Eltern auch ausserhalb der Öffnungszeiten ihrer Kinderarztpraxis eine Anlaufstelle bei Krankheiten oder Unfällen und entlastet damit Kindernotfallstationen. Sie wird von Medgate zusammen mit 13 Spitälern und Ärztezentren betrieben – dazu zählt auch das KSA Kinderspital.
Ostern steht bevor – doch das lange, arbeitsfreie Wochenende kann für Eltern schnell zum Stresstest werden. Was tun, wenn sich mein Kind beim Spielen verletzt und nicht mehr aufhört zu schreien? Oder wenn es mit hohem Fieber im Bett liegt? Wenn die Kinderarztpraxis geschlossen ist, sind viele Eltern mit Unsicherheiten konfrontiert: Ist ein Besuch der Notfallstation notwendig oder übertrieben? Dann sorgt Kids Line für schnelle und unkomplizierte Hilfe. Beim Beratungstelefon für Kinder- und Jugendnotfälle erhalten Eltern rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr eine kompetente medizinische Fachauskunft. Das Angebot hat vor Kurzem eine wesentliche Verbesserung erfahren, denn neu läuft die Kids Line des KSA über die Festnetznummer 058 387 78 89 und nicht mehr über die kostenpflichtige Payline. Für Eltern bringt die Umstellung folgende Vorteile: Die Telefongebühren (CHF 3.23/Min.) fallen weg und die Behandlungen können künftig über die Grundversicherung abgerechnet werden oder sind je nach Versicherung und Modell sogar gänzlich kostenlos. Zudem ist die Kids Line nun auch von Geschäftshandys gut erreichbar, bei denen 0900er-Nummern oft gesperrt sind.
Die Kids Line wird von der Schweizer Telemedizinanbieterin Medgate in Kooperation mit 13 Spitälern und Ärztezentren in der Schweiz betrieben – darunter auch mit dem KSA Kinderspital Aarau. Die medizinischen Fachpersonen von Medgate beurteilen die Anliegen telefonisch oder per Video. Durch eine fachkompetente Einordnung von Notfällen und weniger dringlichen Anliegen werden die Kindernotfallstationen entlastet. Jährlich werden schweizweit rund 65'000 Anrufe entgegengenommen. Rund 55 Prozent aller Anrufe können abschliessend behandelt werden. 20 Prozent werden an einen physischen Leistungserbringer (Kinderärztin, Spezialist) überwiesen. Lediglich 25 Prozent müssen effektiv eine Notfallstation aufsuchen.
«Der Kindernotfall ist regelmässig stark ausgelastet. Ein Anruf der Eltern bei Kids Line lohnt sich deshalb immer. Sie erhalten rasch eine medizinische Einschätzung und können sich in vielen Fällen den Gang ins Spital und unter Umständen längere Wartezeiten sparen. Wir können uns auf die dringenden Notfälle konzentrieren», sagt Patrick Haberstich, Leitender Arzt KSA Kindernotfall.
pd
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