Michael Hermann
referierte in Aarau im Hinblick auf die "Keine-10-Millionen-Schweiz!" -Initiative
Noch sind nicht alle in Kostüm: Bei der ersten Gesamtprobe im Dachstock Kornhaus wurden unter der Leitung von Teresa-Sophie Puhrer (3. von rechts hinten) das Stück zum ersten Mal im Ablauf geprobt. Joel Dreier
Am 3. Mai präsentiert die Regionale Musikschule Zofingen unter der Regie von Teresa Sophie Puhrer die Neuinterpretation der Sage rund um den Teufel im Pulverturm. Das Publikum darf sich auf ein abwechslungsreiches Bühnenerlebnis mit Musical-Hits, Mozartarien, Pop-Songs und regionalen Klängen freuen.
Zofingen Beim Anblick von Teresa-Sophie Puhrers Vita stellt sich nicht die Frage, ob die Bühne ihr Leben ist – eher, ob nicht das Leben ihre Bühne ist: Die österreichische Sopranistin blickt auf einen Bühnenpalmarès zurück, der seinesgleichen sucht. Sogar als Autorin feierte sie im vergangenen Herbst ihr Debüt (die Zofinger Nachrichten berichteten, Nr. 40/25). Seit geraumer Zeit gibt die Bühnenkoryphäe an der Regionalen Musikschule Zofingen ihr Können und ihre Leidenschaft an die jüngere Generation weiter – ohne auf neue Bühnenabenteuer zu verzichten. Ganz im Gegenteil: Am 3. Mai geht das Musical «De Tüfel vo Zofige» nach 2023 in die zweite Runde. Ein Stück, das zwar fernab der Weltbühne spielt, Puhrer jedoch umso mehr am Herzen liegt.
«Wir haben hier in der Region ganz wunderbare Gesangs- und Bühnentalente und es ist eine grosse Freude, mit den Kindern arbeiten zu dürfen», so Puhrer. Nun hoffe sie auf viele Zuschauer/innen im Stadtsaal. Denn: «Was die Kinder da auf die Bühne bringen, sollte man wirklich nicht verpassen!». Bei der ersten Gesamtprobe im Kindergarten Kornhaus, bei der zwar noch die meisten Kostüme und Schminke fehlen, erkennt auch das ungeschulte Auge das theatralische Können der über 50 Kinder.
Das Musical, welches Puhrer erdachte und schrieb, greift die Sage rund um den Pulverturm auf. Analog der Sage, verfasst von Turmwart Walter Gut, sucht der Teufel Zofingen heim. Er ist erbost über die innigen und fröhlichen Beziehungen der Kinder der Thut-Stadt – besonders über jene der zwei besten Freundinnen Timea und Lou. Mit Hilfe seiner Hexen sät er Missgunst in Lous Herz und ihre Freundschaft zerbricht. Doch Timea und die anderen Kinder Zofingens kommen dem Geschehen auf die Schliche. Nun liegt es an den über 50 Schülern – bestehend aus den Kinderchören Singing Kids 1 bis 3, der WindBand unter der Leitung von Christian Lienhard, den Tambouren, einem Flötenensemble, einer Harfenistin und einer Klavierschülerin, für die Pianist Patryk Grzesiura für ein stimmungsvolles Lied Platz komponiert – mit der Magie der Musik und Freundschaft gegen Missgunst und Wut anzugehen und dem Satan ein für alle Mal Einhalt zu gebieten.
«Die Geschichte handelt von Freundschaft, Zusammenhalt und Mut», führt Puhrer aus. Davon, für etwas zu kämpfen, für sich einzustehen und dranzubleiben – in gewisser Weise davon, über sich selbst hinauszu- wachsen. Eine Konstante, die sich seit Beginn der Proben im August durch die gesamte Vorbereitung zieht. Denn nicht nur müssen die Kinder auf der Bühne gegen den Teufel höchstpersönlich Grösse beweisen, sondern auch hinter den Kulissen. «Wir arbeiten schon jetzt sehr professionell mit den Kindern», verrät die Sopranistin. Einen erheblichen Unterschied zum professionellen Theaterbetrieb könne man zwischen Hauptprobe, Generalprobe, Musikprobe und Kostümprobe kaum erkennen.
Das Besondere an dem Musical-Projekt ist, dass sich die jungen Sängerinnen und Sänger aktiv mit ihren kreativen Ideen beteiligten: Sie brachten sich mit Text-, Tanz-, und Kostümideen ein. Fabienne Probst, welche die Erzählerin verkörpert, feilte mit Schülerinnen am Text und Lukas Muralt, Leiter der Singing Kids Chor 3, baute in einem Workshop die Kulissen.
Für das Team aus Lehrpersonen und Musikschulleitung der regionalen Musikschule Zofingen gleicht es einer Mammutaufgabe, die Arbeit der über 50 Personen am Tag X zusammenzubringen. Umso froher ist man über die Unterstützung diverser Eltern, die helfend unter die Arme greifen. Nur durch viel Einsatz hinter den Kulissen, so Puhrer, sei es möglich, was am meisten erfreut: den Kindern dabei zuzusehen, wie sie bei dem Bühnenprojekt über sich hinauswachsen – ob bei den Proben oder auf der Bühne gegen den Teufel höchstpersönlich.
Sonntag, 3. Mai, 10.30 Uhr
Sonntag, 3. Mai, 14 Uhr
Stadtsaal Zofingen
Die Spielzeit beträgt circa eine
Stunde. Die kostenlosen Tickets
sind über www.eventfrog.ch erhältlich
Joel Dreier
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