Marcel Kunz
Der Wm der Repol Zofingen hielt einen Vortrag zu den aktuellen Betrugsmaschen
Alain Beyeler, CEO der Finpact AG.
Bild: zvg
Eine im Februar 2026 veröffentlichte Untersuchung schätzt das Volumen der Erbschaften und Schenkungen in der Schweiz für 2025 auf rund 100 Milliarden Franken. Erbschaften treffen zugleich immer später ein: Im Berner Steuerdatensatz stieg das Medianalter der Erbenden zwischen 2002 und 2022 von 56 auf 60 Jahre. Dazu kommen Haus- und Firmenverkäufe, gewachsene Ersparnisse und Vorsorgegelder. Finpact-Chef Alain Beyeler erklärt, weshalb ein grosser Geldzufluss noch kein Anlagekapital ist – und warum Geldanlage ab 50 vor allem eine Frage der Koordination ist.
Das geschätzte nominale Volumen von Erbschaften und Schenkungen stieg laut der Untersuchung von 32 Milliarden Franken im Jahr 2000 auf rund 100 Milliarden im Jahr 2025. Die Studie von Forschenden der Universität Lausanne, der EPFL und der KOF an der ETH Zürich stützt sich auf landesweite Aggregatdaten sowie auf 16,7 Millionen Steuerdatensätze aus den Kantonen Bern und Luzern. Die detaillierte Analyse zum Alter der Erbenden beruht auf Berner Steuerdaten. Der Altersbefund gilt für Erbschaften, nicht für Schenkungen.
Alain Beyeler kommt aus der institutionellen Investmentwelt. Er arbeitete bei der UBS, der Credit Suisse und Finreon. Später verantwortete er während acht Jahren bei GAM globale marktneutrale Aktienstrategien. Seit 2020 führt er den Zürcher Vermögensverwalter Finpact.
Herr Beyeler, wo liegt das grösste finanzielle Risiko ab 50?
Natürlich gibt es nicht für jeden Menschen dasselbe grösste Risiko. Ich würde es trotzdem so zuspitzen: Das grösste Risiko ab 50 ist häufig nicht der nächste Börsencrash.
Ein Kurseinbruch ist zunächst ein Marktereignis. Zum persönlichen Problem wird er, wenn er eine geplante Ausgabe gefährdet oder jemanden zwingt, im falschen Moment zu verkaufen.
Viele teure Fehler beginnen deshalb schon vor dem Börsenrückgang. Nach einer Erbschaft, einem Hausverkauf oder einem Firmenverkauf liegt plötzlich ein grosser Betrag auf dem Konto. Das Geld sieht einheitlich aus. Seine Aufgaben sind es nicht.
Ein Teil muss vielleicht in achtzehn Monaten verfügbar sein. Ein anderer kann zehn oder fünfzehn Jahre investiert bleiben. Ein weiterer Teil soll möglicherweise an die nächste Generation gehen.
Nicht jeder Geldzufluss ist Anlagekapital.
Ist das nicht banal?
Auf Papier, ja. Schwieriger wird es, sobald das Geld tatsächlich auf dem Konto liegt. Dann entsteht Druck. Die Bank meldet sich. Ein Bekannter empfiehlt eine Aktie. Gleichzeitig liest man, dass man wegen der Inflation investieren müsse – oder wegen der geopolitischen Lage besser gar nichts tun solle.
In solchen Momenten wird häufig über Produkte gesprochen, bevor geklärt ist, was das Geld überhaupt leisten soll.
Genau das ist der Punkt. Ein ETF kann günstig sein. Ein Fonds kann gut geführt sein. Eine Aktie kann attraktiv bewertet sein. Trotzdem kann die Anlage für den konkreten Vermögensteil falsch sein.
Was hat Ihre eigene Vermögensstudie gezeigt, das Sie nicht ohnehin schon wussten?
Mich hat überrascht, wie hoch die grundsätzliche Anlagebereitschaft ist. 85 Prozent investieren bereits, weitere 7 Prozent sind grundsätzlich offen. Das Problem ist in diesem Segment also nicht, dass die Menschen den Finanzmarkt meiden.
Interessanter ist, was sie von ihrem Vermögen erwarten. 70 Prozent nennen die spätere Vorsorge, 64 Prozent eine Reserve für Unvorhergesehenes und 40 Prozent die Weitergabe an die nächste Generation. Mehrfachnennungen waren möglich. Die Kategorien überschneiden sich deutlich.
Die Studie beweist nicht, dass derselbe einzelne Franken mehreren Aufgaben zugeordnet wird. Das wurde nicht untersucht. Meine Interpretation ist aber: Der Engpass liegt weniger beim Zugang zu Anlagen als bei der Koordination der Ziele.
Das sehen wir auch in der Beratung. Menschen besitzen durchaus Wertschriften, Konten, Vorsorgegefässe und Immobilien. Aber sie können nicht immer erklären, welcher Vermögensteil für welchen Zeitpunkt gedacht ist.
Ein Depot ist noch kein Plan.
Sie machen aus Ihrer Studie also keine Diagnose für die gesamte Generation 50 plus?
Nein. Das wäre methodisch nicht haltbar.
Befragt wurden 504 Personen aus der Deutschschweiz mit mindestens 250’000 Franken Finanzvermögen. Immobilien wurden bei dieser Vermögensdefinition nicht berücksichtigt. Die Befragung erfolgte ohne Quoten; 73 Prozent der Teilnehmenden waren Männer, und die Altersgruppen zwischen 60 und 79 Jahren waren besonders stark vertreten. Die Untersuchung ist eine Momentaufnahme dieses vermögenden Segments, keine repräsentative Vermessung der gesamten Schweizer Bevölkerung.
Sie hat auch nicht erhoben, wie viele Personen einen schriftlichen Gesamtplan besitzen. Das muss man sauber trennen.
Die Studie liefert Muster. Was diese Muster für die Vermögensstruktur bedeuten, ist unsere fachliche Interpretation.
Erbschaften gab es schon immer. Was ist daran heute neu?
Nicht die Erbschaft selbst. Neu sind das Volumen und der Zeitpunkt.
Die im Februar veröffentlichte Untersuchung schätzt die jährlichen Erbschaften und Schenkungen für 2025 auf rund 100 Milliarden Franken. Gleichzeitig stieg das Medianalter der Erbenden im untersuchten Berner Datensatz auf 60 Jahre. Die Wahrscheinlichkeit, zwischen 61 und 65 Jahren eine Erbschaft zu deklarieren, war 2022 dort sogar höher als die kumulierte Wahrscheinlichkeit bis zum Alter von 45 Jahren.
Meine Schlussfolgerung daraus ist: Eine Erbschaft ist heute immer seltener einfach Startkapital für einen jungen Erwachsenen.
Sie trifft auf eine Vermögensbiografie, die seit Jahrzehnten läuft. Möglicherweise bestehen bereits ein Haus, eine Hypothek, mehrere Vorsorgelösungen, ein Depot und Verpflichtungen gegenüber der Familie.
Das neue Geld muss in diese Struktur eingeordnet werden. Es kommt nicht auf ein leeres Blatt.
Ähnlich ist es nach einem Hausverkauf. Vorher besass jemand eine Immobilie. Danach liegt ein hoher Betrag auf dem Konto, während gleichzeitig die künftige Wohnsituation finanziert werden muss.
Bei einem Firmenverkauf ist der Wechsel noch ausgeprägter. Aus einem konzentrierten, nicht jederzeit verfügbaren Unternehmensvermögen wird frei verfügbares Privatvermögen. Das ist kein gewöhnlicher Depotwechsel. Die gesamte finanzielle Ausgangslage verändert sich.
Zeigen Sie das mit Zahlen.
Nehmen wir bewusst einen grossen und stark vereinfachten Fall. Die Höhe soll keinen durchschnittlichen Erbfall darstellen.
Monika ist 58 Jahre alt und erhält eine Erbschaft von 600’000 Franken. Sie weiss, dass sie in achtzehn Monaten 150’000 Franken für eine Renovation und eine teilweise Rückzahlung der Hypothek benötigt.
Zinsen, Gebühren, Steuern und Transaktionskosten lassen wir im Beispiel weg.
Monika investiert die gesamten 600’000 Franken. Danach fällt das Portfolio um 20 Prozent. Es bleiben 480’000 Franken.
Nun wird die Zahlung von 150’000 Franken fällig. Monika muss Anlagen verkaufen. Im Portfolio verbleiben 330’000 Franken.
Anschliessend steigt der Markt um 25 Prozent. Das ist genau der Anstieg, der auf Marktebene einen Verlust von 20 Prozent wieder ausgleicht: Wer von 100 auf 80 fällt, benötigt 25 Prozent, um wieder auf 100 zu gelangen.
Monikas verbleibendes Portfolio steigt von 330’000 auf 412’500 Franken.
In der zweiten Variante hält sie die benötigten 150’000 Franken von Anfang an separat. Sie investiert nur 450’000 Franken.
Nach dem Kursrückgang von 20 Prozent sind noch 360’000 Franken investiert. Die geplante Zahlung finanziert sie aus der Reserve. Sie muss während des Rückgangs nichts verkaufen.
Nach der Markterholung von 25 Prozent steht ihr Portfolio wieder bei 450’000 Franken.
Gleicher Ausgangsbetrag. Gleiche Ausgabe. Identischer Marktverlauf.
Trotzdem besitzt Monika in der zweiten Variante am Ende 37’500 Franken mehr.
Der Markt hat sich vollständig erholt. Monikas erstes Portfolio nicht. Der Grund ist simpel: Ein Teil des Kapitals wurde nach dem Rückgang verkauft und konnte an der Erholung nicht mehr teilnehmen.
Das Beispiel bildet nicht jede Facette eines langfristigen Entnahme- oder Sequenzrisikos ab. Es isoliert einen Mechanismus: den Preis eines erzwungenen Verkaufs.
Liquiditätsplanung kennt die Finanzbranche seit Jahrzehnten. Wo liegt Ihre eigene These?
Unsere These lautet nicht, dass Menschen mit 50 automatisch defensiver investieren sollten. Das wäre zu grob und häufig falsch.
Unsere These lautet: Ab 50 wird Geldanlage zunehmend zu einer Koordinationsaufgabe.
In dieser Lebensphase kommen mehrere Zeitachsen zusammen. Ein Vermögensteil soll kurzfristig verfügbar sein. Ein anderer soll Kaufkraft erhalten. Ein Dritter darf langfristig wachsen. Gleichzeitig verändern eine Erbschaft, ein Hausverkauf, ein Firmenverkauf oder eine neue familiäre Verpflichtung die Ausgangslage.
Die Finanzbranche beginnt häufig mit der Frage: Wie viel Verlust halten Sie emotional aus?
Das ist nicht unwichtig. Es reicht aber nicht.
Die konkretere Frage lautet: Bei welchem Kursrückgang und zu welchem Zeitpunkt wären Sie gezwungen zu verkaufen?
Wer das Geld zwanzig Jahre nicht benötigt, kann mit einem Rückgang anders umgehen als jemand, der in achtzehn Monaten 150’000 Franken braucht. Das ist keine Frage des Mutes. Es ist eine Frage des Zeitpunkts.
Was macht Finpact anders als eine Bank?
Zuerst: Auch eine Bank kann eine gute Lösung erarbeiten. Wir besitzen kein Monopol auf vernünftige Beratung.
Finpact hat den Prozess aber konsequent modernisiert und für Menschen ab 50 entwickelt. Wir beginnen mit der Ausgangslage, den Zielen und dem Anlagehorizont.
Diese Angaben werden zunächst digital strukturiert. Daraus entsteht ein Anlageplan mit Strategie, Portfoliozusammensetzung, Rendite-Risiko-Einschätzung und Kostenübersicht. Danach wird der Plan gemeinsam mit einem Berater im Portfolio Atelier überprüft und verfeinert. Erst anschliessend folgt die Umsetzung in der Vermögensverwaltung.
Wir sind damit keine reine Selbstbedienungs-App. Aber wir sind auch keine Beratung, die nach mehreren Sitzungen mit einem umfangreichen PDF endet und die Umsetzung mit viel Fachjargon begleitet.
Das Portfolio ist bei uns nicht der Ausgangspunkt. Es ist das Ergebnis der vorgelagerten Entscheidungen.
Das klingt trotzdem wie das Versprechen jeder Vermögensverwaltung.
Dann sollte jede Vermögensverwaltung in der Lage sein, es konkret zu zeigen.
Welcher Betrag wird bewusst nicht langfristig investiert? Warum ist genau diese Liquidität vorgesehen? Welche Ausgabe ist wann geplant? Was verändert sich nach einem Hausverkauf oder einer Erbschaft? Welche Gesamtkosten entstehen?
Und vor allem: Kann der Kunde die Logik seiner Lösung selbst erklären?
Wenn die Antwort nur aus einem Produktnamen oder einer Risikoklasse besteht, ist das zu wenig.
Sie verdienen am verwalteten Vermögen. Haben Sie nicht ein Interesse daran, dass möglichst wenig Geld auf dem Konto bleibt?
Natürlich besteht dieser Interessenkonflikt. Finpact erhebt eine prozentuale Verwaltungsgebühr auf dem verwalteten Vermögen. Das kann man nicht wegdiskutieren.
Die Konsequenz darf aber nicht sein, möglichst viel Geld in ein Mandat zu ziehen. Der Liquiditätsbedarf muss bestimmt werden, bevor über die langfristige Anlage gesprochen wird.
Im Beispiel von Monika sind die 150’000 Franken keine langfristige Anlageposition. Dieser Betrag darf nicht so behandelt werden, als hätte er einen Anlagehorizont von zehn Jahren.
Wie eine solche Reserve technisch geführt wird und welche Kosten darauf anfallen, muss im konkreten Angebot transparent ausgewiesen sein. Entscheidend ist, dass sie nicht einem Marktrisiko ausgesetzt wird, das zu ihrem bekannten Verwendungszeitpunkt nicht passt.
Ein seriöser Prozess muss auch zu einem kleineren Mandat führen können. Das muss für uns genauso gelten wie für jeden anderen Anbieter.
Sie beginnen digital. Ist die Generation 50 plus dafür nicht die falsche Kundschaft?
Dieses Bild stimmt so nicht.
In der entsprechenden Auswertung unserer Studie nutzen 28 Prozent bereits eine digitale Anlageplattform. Weitere 27 Prozent können sich die Nutzung vorstellen. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es 34 Prozent bestehende Nutzer und weitere 31 Prozent, die grundsätzlich offen sind. Die Auswertung umfasste 464 Personen; Personen ohne grundsätzliche Offenheit für Geldanlagen wurden dabei nicht berücksichtigt.
Mich hat noch etwas anderes interessiert: wodurch Vertrauen entsteht.
Transparente Kosten und verständliche Kommunikation wurden mit je 4,57 von 5 Punkten bewertet. Die Bekanntheit einer Marke kam auf 3,68 Punkte. Ein persönlicher Ansprechpartner erreichte 3,90 Punkte und blieb damit durchaus wichtig, lag aber hinter Kostentransparenz, Kommunikation, Schweizer Domizil und Regulierung.
Daraus folgt nicht, dass Beratung überflüssig wird. Es folgt, dass digital und persönlich kein Gegensatz sind.
Technik kann Informationen ordnen, Annahmen sichtbar machen und Kosten vergleichen. Im persönlichen Gespräch geht es um die Fragen, die kein Auswahlfeld sauber beantwortet: Welche familiären Verpflichtungen bestehen? Welche Entscheidung wird auch bei einem Börsenrückgang durchgehalten? Was geschieht, wenn ein Partner stirbt oder sich die Wohnsituation verändert?
Warum ziehen Sie die Grenze ausgerechnet bei 50? Ein Geburtstag verändert kein Portfolio.
Richtig. Das Alter 50 ist keine Risikoklasse.
Wir reduzieren am fünfzigsten Geburtstag nicht automatisch die Aktienquote. Ein 72-Jähriger mit hohen, sicheren Einkommen und tiefen Fixkosten kann mehr Anlagerisiko tragen als eine 52-Jährige mit Hypothek, geplantem Berufswechsel und finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Familie.
Ab ungefähr 50 verdichten sich aber die Ereignisse, auf die wir uns spezialisiert haben. Erbschaften werden wahrscheinlicher. Ein Haus wird verkauft oder nochmals umfassend renoviert. Unternehmer beschäftigen sich mit der Nachfolge. Langjährig gewachsene Ersparnisse müssen neu geordnet werden. Die Kinder werden selbstständig – oder benötigen nochmals Unterstützung.
Das Alter bestimmt nicht die Lösung.
Es beschreibt den Kontext, für den wir den Prozess gebaut haben.
Sie haben im Jahr 2000 in Cisco investiert. Was hat diese Erfahrung mit Finpact zu tun?
Ich hielt Cisco damals für ein Unternehmen, das von der wachsenden Bedeutung des Internets profitieren würde. Mit dieser Einschätzung lag ich nicht grundsätzlich falsch. Das Internet wurde zur zentralen Infrastruktur der Wirtschaft, und Cisco blieb ein bedeutendes, profitables Technologieunternehmen.
Als Anlage war die Aktie zum damaligen Preis trotzdem problematisch.
Nach ihrem Höchststand im März 2000 verlor die Cisco-Aktie bis Oktober 2002 knapp 90 Prozent. Den damaligen splitbereinigten Schlusskursrekord von 80.06 Dollar übertraf sie erst am 10. Dezember 2025 wieder. Mehr als 25 Jahre später. Dabei sprechen wir vom reinen Aktienkurs, ohne reinvestierte Dividenden.
Das ist die entscheidende Lektion: Man kann bei der Technologie richtigliegen. Man kann auch das Unternehmen richtig einschätzen. Und als Anleger trotzdem falschliegen.
Ein gutes Unternehmen ist nicht zu jedem Preis eine gute Anlage. Entscheidend ist auch, welche Erwartungen bereits im Kurs stecken, wie gross die Position ist und welche Rolle sie im Gesamtvermögen übernimmt. Cisco war nicht das Problem. Meine Betrachtung war zu einseitig.
Damals stand eine einzelne, überzeugende Geschichte im Zentrum. Ein belastbarer Prozess fehlte.
Später habe ich in der Portfoliokonstruktion und bei systematischen Anlagestrategien gelernt, dass eine einzelne richtige Einschätzung wenig beweist. Selbst die beste Idee kann zu einer schlechten Anlage werden, wenn der Preis zu hoch, die Position zu gross oder der Zeithorizont falsch gewählt ist.
Das prägt auch Finpact. Wir versuchen nicht, die nächste Cisco-Aktie zu finden. Wir klären zuerst, welche Aufgabe ein Vermögensteil hat, wann das Geld benötigt wird und welches Risiko er tatsächlich tragen kann. Erst danach sprechen wir über die konkrete Anlage.
Eine überzeugende Zukunftsgeschichte ist noch keine Strategie. Cisco hat mir gezeigt, wie gross dieser Unterschied sein kann.
Woran erkennt jemand, dass das eigene Vermögen schlecht geordnet ist?
Man nimmt ein leeres Blatt und schreibt zunächst keine Produkte auf.
Man schreibt auf, wofür das Geld benötigt wird.
Welcher Betrag muss in den nächsten zwei oder drei Jahren verfügbar sein? Was darf auch während eines deutlichen Börsenrückgangs investiert bleiben? Welches Geld wird voraussichtlich zehn Jahre oder länger nicht benötigt? Was soll möglicherweise weitergegeben werden?
Danach ordnet man die vorhandenen Vermögensteile diesen Aufgaben zu.
Taucht derselbe Franken bei mehreren Aufgaben auf, hat man das Problem gefunden.
pd
Alain Beyeler ist seit 2020 CEO der Finpact AG. Zuvor war er während acht Jahren als Lead Fund Manager für globale marktneutrale Aktienstrategien bei GAM tätig. Davor arbeitete er als Portfoliostratege bei der Credit Suisse, als quantitativer Analyst bei Finreon und in der Portfoliokonstruktion bei der UBS. Er besitzt einen Master in Banking and Finance der Universität St. Gallen.
Die Finpact AG ist ein Vermögensverwalter mit Sitz in Zürich und konzentriert sich auf Geldanlage ab 50. Das Unternehmen verbindet einen digitalen Anlageplan, persönliche Beratung und die Umsetzung in einem Vermögensverwaltungsmandat. Die Angebote beginnen derzeit bei 30’000 Franken Anlagevermögen.
Finpact ist von der FINMA als Vermögensverwalter bewilligt und wird von der Aufsichtsorganisation OSFINcontrol beaufsichtigt.
Die Finpact-Vermögensstudie 2025 wurde von Finpact gemeinsam mit der Hochschule Luzern erarbeitet. Die Onlinebefragung erfolgte vom 1. bis 8. April 2025 im YouGov-Panel. Befragt wurden 504 Personen aus der Deutschschweiz im Alter von 50 bis 89 Jahren mit mindestens 250’000 Franken Finanzvermögen. Immobilien wurden dabei nicht zum Finanzvermögen gezählt. Die Erhebung erfolgte ohne Quoten; 73 Prozent der Teilnehmenden waren Männer. Die Ergebnisse sind als Momentaufnahme des untersuchten vermögenden Segments zu verstehen.
Die im Februar 2026 publizierte Untersuchung «Wealth and Inheritance in 21st-Century Switzerland» stammt von Marius Brülhart, Andreas Fuster, Isabel Z. Martínez und Falone Moseka. Sie verwendet landesweite Aggregatdaten sowie 16,7 Millionen Steuerdatensätze aus Bern und Luzern. Die detaillierten Auswertungen zu Alter, Höhe und Verteilung von Erbschaften und Schenkungen basieren auf Berner Steuerdaten.
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